Arbeitsverhältnis auf Probe

In der Praxis ist es üblich und auch per Gesetz vorgeschrieben, beim Abschluss von Dienstverträgen ein sog. “Probemonat” zu vereinbaren. Dies soll einerseits dem Arbeitgeber dienen, Sie als neuen Mitarbeiter kennenzulernen.

So werden Ihre Leistungen, Ihre Kompetenzen, Ihre Interaktion mit Kolleg*innen etc. geprüft bevor sich das Unternehmen endgültig entscheidet, Sie fix in das Dienstverhältnis aufzunehmen. Andererseits soll natürlich auch Ihnen als Arbeitnehmer*in die Möglichkeit gegeben werden, die Verhältnisse im Unternehmen, Ihre Aufgaben etc. kennen zu lernen. Dieses von höchstens einem Monat zulässige Probearbeitsverhältnis, also das sog. Probemonat, kann nach §1158 Abs. 2 ABGB (Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch Österreich) von beiden Vertragsparteien ohne Einhaltung von Fristen und Terminen sowie ohne Vorliegen von Gründen jederzeit durch einseitige Erklärung gelöst werden.

In Deutschland wird die Probezeit  im § 622 Abs. 3 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt. Demnach beträgt die Kündigungsfrist bei einer vereinbarten Probezeit von maximal sechs Monaten zwei Wochen. Eine längere Kündigungsfrist innerhalb der Probezeit ist ebenfalls möglich und kann einzelvertraglich oder durch Tarifvertrag vereinbart werden. Das ergibt sich aus dem § 622 Abs. 4 Satz 1 und Abs 5 Satz 2 des BGB.

Während der Probezeit fallen Mitarbeiter nicht unter den allgemeinen Kündigungsschutz

Konkret geht es hier um § 1 KSchG. Das bedeutet, dass die zwei Wochen Kündigungsfrist in den ersten sechs Monaten des Beschäftigungsverhälnisses für beide Seiten, also Unternehmen und Mitarbeiter*in, gelten.

Das bedeutet: ist der Arbeitgeber mit Ihrer Leistung nicht zufrieden oder hat er das Gefühl, dass Sie sich nicht ins Team eingliedern können, kann er das Dienstverhältnis ohne Grund und Einhaltung von Fristen lösen. Den gleichen Vorteil haben aber auch Sie: Wenn Sie in der ersten Zeit merken, dass sich Ihr vermeintlicher Traumjob etwas anders zeigt, können auch Sie ohne Angabe von Gründen das Dienstverhältnis wieder lösen.

Aber Achtung: Klauseln in österreichischen Dienstverträgen, die eine längere Probezeit als einen Monat beinhalten sind gesetzlich unzulässig! Denn dann spricht man nicht mehr vom Probemonat, sondern vom einem befristeten Dienstverhältnis. Wenn Sie sich also vor dem Unterschreiben Ihres neuen Dienstvertrages nicht sicher sind, was genau vereinbart wird dann fragen Sie lieber nochmal in der Personalabteilung nach und lassen Sie sich alles genau erklären.

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