„Wie sieht’s mit der Familienplanung aus?“

Die Frage nach dem Kinderwunsch wird in Vorstellungsgesprächen noch immer häufig gestellt, obwohl dies rechtlich nicht erlaubt ist. Lesen Sie hier, welche Antworten Sie geben können und wie Sie erfolgreiche Bewerbungsgespräche führen.

Nach dem deutschen bzw. österreichischen Gleichbehandlungsgesetz ist es unzulässig, Bewerberinnen und Bewerber in Jobinterviews nach folgenden Kriterien zu fragen:

  • Private Umstände unf Informationen
  • Religionsbekenntnis
  • Gesundheitszustand
  • politische Gesinnung
  • sonstige Mitgliedschaften in Organisationen

Die Ausnahme bilden lediglich sog. „Tendenzbetriebe“, also politische oder kirchliche Organisationen, die nach Parteimitgliedschaften oder Konfession fragen dürfen.

Immer, wenn sie eine Frage erhalten, die in Ihre Privatsphäre eingreift, können Sie die Antwort verweigern oder lügen. Das kommt im Vorstellungsgespräch jedoch oft schlecht an. Daher ist es besser, sich auf solche Fragen vorzubereiten und die Antwort zu geben, die Recruiter hören wollen, ohne dass Sie Details aus Ihrem Privatleben preisgeben.

Stellen Sie sich die Frage, was ein Personalmanager von einem Bewerber tatsächlich wissen möchte. Mit der Frage nach der Familienplanung oder einem etwaigen Kinderwunsch will sich das Unternehmen meist davon überzeugen, dass eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter auch langfristig für das Unternehmen arbeiten will. Gehen Sie also darauf näher ein. Ein Einstieg auf eine Antwort wäre folgender: „Ich nehme an, dass Sie mit dieser Frage wissen wollen, welche Ziele ich im Leben habe bzw. wo ich mich in den nächsten fünf Jahren sehe.“ Gehen Sie dann auf Ihre beruflichen Ziele ein und umreißen Sie Ihre Karriereplanung der nächsten fünf Jahre.

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Auch die Frage nach Ihrem Gesundheitszustand ist unzulässig. Wenn Sie in Ihrem Lebenslauf lange Lücken haben, könnte ein Recruiter annehmen, dass Sie diese Lücke krankheitsbedingt hatten. Hier ist es wichtig, dass Sie Ihre Lücke ohne Erwähnen einer etwaigen Krankheit rechtfertigen können. Das können Sie mit „Phasen des Umorientierens“, Reisetätigkeiten, der allgemein schwierigen Lage am Arbeitsmarkt, Umbauten in Wohnung und Haus, Zeit mit Ihrer Familie oder ähnlichem machen. Egal, wie Sie Ihre Lücke erklären: Betonen Sie, dass Sie nun motiviert sind, um voller Elan in eine neue berufliche Herausforderung zu starten.

Mit der Frage nach Religionsbekenntnis, der politischen Gesinnung oder der allgemeinen Weltanschauung wollen Recruiter wahrscheinlich wissen, ob Sie in die bestehende Organisationskultur passen. Drehen Sie die Frage einfach um: „ Ich gehe davon aus, dass Sie erfragen wollen, ob ich in Ihre Organisationskultur passe.“ Erzählen Sie dann über Ihre Arbeitsweise, Ihren Umgang mit Kolleginnen und Kollegen und was für Sie Loyalität zu Ihrem Arbeitgeber bedeutet.

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